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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
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worin diese Geschmückte auf dem Gerüste der Freude so vieleTrennungen und eine einzige Vereinigung feiert, und worindie Mutter vor ihr umkehrt und zu den andern Kindern gehtund die Aengstliche einem Fremden überläffet. Du frohpochendes Herz, denk' ich dann, nicht immer so wirst du dichunter den schwülen Ehejahren heben, dein eignes Blut wirstdu oft vergießen, um den Weg ins Alter fester herabzukom-men, wie sich die Gemsenjäger ans Blut ihrer eignen Fersenhalten.-Dann möcht' ich zu den zuschauenden und nei-

dischen Jungfrauen auf dem Wege zur Kirche hinaustretenund sagen: mißgönnt der Armen die Wonne einer vielleichtflüchtigen Täuschung nicht so sehr ach ihr sehet wie steheute den Zank- und Schönheitapfel der Ehe nur in derSonnenseite der Liebe hangen, so roth und so weich; aber diegrüne saure, im Schatten versteckte Seite des Apfels stehtniemand. Und wenn ihr jemals eine verunglückte Ehe-gattin herzlich bedauert habt, welche den veralteten Braut-putz nach zehn Jahren von ungefähr aus dem Kleiderfachezog, und in deren Augen auf einmal alle Thränen über diesüßen Jrrthümer drangen, die ste in zehn Jahren verloren,wißt ihr denn das Gegcntheil von der Beneideten so gewiß,die vor euch glänzend vorüberzieht?

Ich wäre aber hier nicht unerwartet in diese fremde Ton-art von Rührung ansgewichen, wenn ich mir nicht LenettensMyrtenkränzchen unter dem Hute (ich wollte nur oben nichtsvon meiner Empfindung sagen) und ihr Alleinseyn ohne eineMutter und ihr angepudertes weißes Blumengesichtchen nichtzu lebhaft vorgestellt hätte und vollends dazu die Bereitwil-ligkeit, womit sie ihre jungen weichen Arme (sie war schwer-lich über neunzehn Jahre) in die polirten Handschellen und