3 .
Der König Ludwig, Vater von RenatenUnd Schwäher Herculs, der, nach jener SchlachtBei Saint-Aubin, in Feindeshand gerathen,Beinah sein Haupt dem Beile dargebracht.
Und noch viel größere Gefahren nahtenDem trefflichen Corvin mit droh'ndcr Macht,Hernach regiert', als dieses überstanden,
In Frankreich der, und der in Ungarns Landen.
4 .
Die alten wie die nenen Zeiten weisenBeispiele viel, ans welchen klar erhellt,
Daß Glück und Leid, und Leid und Glück sich kreisen,Zur Schmach sich Ruhm, zum Ruhme Schmach gesellt;Und daß kein Mensch sich darf gesichert preisenBei Gold und Sieg und Herrschaft auf der Welt,
Noch auch verzweifeln soll in böser Stunde;
Denn immer macht des Glückes Rad die Runde.
Der große Sieg, der Nüd'gern heut gelungen,Trotz Leo's und des Kaisers mächt'gem Streit,Hatt' ihm so große Zuversicht errungen,
Solch ein Vertrau'» ans Glück und Tapferkeit,Daß er gedenkt, von hohem Muth durchdrungen,Er könn' ohn' Andrer Beistand und Geleit,
Ob hundert Schaaren Widerstand ihm böten,
Mit seinem Arm den Sohn und Vater tödten»