Druckschrift 
Theil 5 (1851)
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

196

Vierundvierzigster Gesang.

3 .

Ob diese gleich, zur Freundschaft sich zu schwingen,Kaum fähig sind — denn sic verweilt nicht dort,

Wo man in ernsten wie in leichten DingenNie spricht ein wahres, unverstelltes Wort —

Doch lernen sie, wenn ein gewaltsam DringenDes Unglücks sie vereint an nieder,» Ort,

Manchmal in kurzer Zeit — was zum VerständnißIn langer Zeit nicht kam — der Freundschaft Kenntniß.

4 .

Der heil'ge Gottesmann verknüpft' in rauherFelswohnung seine Gäste durch das BandWahrhaft'ger Lieb' und Herzlichkeit genauer,Als man es je am Königshofe fand.

Und dieses blieb hernach von solcher Dauer,Daß bis zum Tod' es ungelöst bestand.

Sic alle fand der Alte gut und bieder,

Von Herzen reiner als des Schwans Gefieder,

5.

Er sah sie mild und freundlich sich gesellen,Ungleich den Argen, die, wie ich gesagt,

Nie lassen ihres Herzens Nacht erhellen, ,

Und denen stets Verstellung nur behagt.

Und standen sic als Feind' in frühem Fällen,

So ward danach von Keinem mehr gefragt.

War' Allen auch Ein Schoost und Saanien eigen,Sie könnten nicht mehr Lieb' einander zeige».