Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
408
Einzelbild herunterladen
 

4oB

Fehler auf diese Art blofs zu Terminderu , wenn er zufälligzu grofsist, und den übrig bleibenden auf das genaueste durch astronomi-sche Beobachtungen zu linden. Zu diesem Zwecke beobachtet maneine Reihe von Sternen , und an einem der folgenden Tage mit 180im Azimut verkehrten Kreise wieder'dieselbe Reihe. Gibt jederdieser Sterne , wenn der eingctheilte Rand des Kreises gegen Weststand, durch die Refration verbessert, die Zenithdislanz z, undwenn er gegen Ost stand , die Zenilhdistanz z', so ist der Collima-tionsfehler

und die corrigirte Zenithdistanz

z -J- d z = z' dz.

TU. Endlich lassen sieh auch die Microscope des Azimu-talkreises durch correspondirende oder gleich grofse Höheneines Sterns zu beyden Seiten des Meridians verbessern. Sindnämlich die beyden Azimute nicht gleich, so corrigirl mandie Hälfte des Fehlers an dem einen Microscope, und bringtdas andere mit dem vorhergehenden in Uebereinstimmung.

Andere Kreise dieser Art wird man leicht behandeln,wenn man das Vorhergehende wohl verstanden hat , und nachden Umständen gehörig zu ändern weifs. Den Kreis, w elchenRamsden für Piazzi verfertigt hat, lindet man umständlich be-schrieben in des letzten Specula di Palermo. Hier yviil ichnur noch bemerken, dafs man mit einer einfachen Abänderungdes in §. ao gezeigten Verfahrens auch den Multiplicationskreissehr vorteilhaft w'ie einen einfachen Kreis brauchen könne.Nachdem man nämlich den ersten Vernier des innern Kreisesz. R. auf Null, und durch die Bewegung beyder Kreise dasFernrohr nahe vertical gestellt hat , befestigt man den äufsernKreis an seinen Kreishalter, bringt die Fläche der Kreisedurch eiue horizontale .Bewegung um die Säulen in die Ebenedes Meridians, und beobachtet so bey immer geschlossenemKreise, durch die Bewegung des gelüfteten innern , eine Reihevon Zenithdistanzen verschiedener Sterne. Den folgenden Tagverkehrt, man die Kreise )8o im Azimut, und beobachtet, ohneden äufsern Kreis zu lösen , wieder die Zenilhdistanzen der-selben Sterne, oder eigentlich ihre Supplemente zu 3 ho Gra-den. Verbindet man je zwey Zenithdistanzen desselben Sternsin entgegengesetzten Lagen des Instrumentes, wie in VI., soerhält man den Collimationsfehler des Kreises, und dadurchdie absoluten Zenithdistanzen. Nach einigen Tagen kann manden innern Kreis auf einem andern Orte des äufsern feststel-len, so dals z. B. der erste \ eruier, der früher auf o stand,jetzt auf 10 oder 2o° befestigt werde, und dann in dieserLage des Kreises dasselbe Verfahren wiederholen, wodurch