Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
354
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in der Entfernung des deutlichen Sehens (etwa acht Zoll) ent-halten ist. Eine Linse von einem Zoll Brennweite vergröfsertdaher die Gegenstände achtmal im Durchmesser, und 641ha] inder Oberfläche. Convexe Gläser vergröfsern also die Gegen-stände um so mehr, je kleiner ihre Brennweite ist , und zu-gleich entfernen sie die Bilder derselben vom Auge, sowieconcave Gläser die Gegenstände verkleinern, aber die Bilderderselben dem Auge näher bringen.

Wenn die Vergröfserung derselben beträchtlich seyn soll,so müssen die Gläser mehr kugel- als linsenförmig seyn, siemüssen ferner dem Gegenstände sehr nahe gebracht werden,wodurch sie die gehörige Beleuchtung verhindern, sie gebenendlich ein zu kleines Gesichtsfeld. Diese Unvollkommenheitenzu vermeiden , hat man die zusammengesetzten Microscope er-funden, von denen das einfachste aus zwey convexen Gläsernbesieht. Das Objeelivglas ist kleiner und hat eine kürzere Brenn-weite , als das Ocularglas. Der Gegenstand wird etwas über denBrennpunkt des Objectivglases entfernt, damit die divergirendauf das Glas fallenden Strahlen erst weit hinter demselben, alsoifem Ocularglase nah? ein Bild machen, welches daher schonbeträchtlich gröfser, als der Gegenstand selbst, erscheint. DerOrt dieses Bildes ist zugleich der Brennpunkt des Ocularglases ,durch welches man also d^n Gegenstand noch mehr vergröfsertsicht.

Entfernte Gegenstände zu sehen, braucht man Fernroh-re, die entweder dioptrisch, Idols mit Gläsern oder catoptrisch,mit, Spiegeln und Gläsern versehen sind. Das einfachste dioplriseheFernrohr istdas sogenannte astronomische , und besteht aus zweybiconvexen Gläsern, von welchen das Objeelivglas gröfser istund eine gröfsere Brennweite bat , als das Ocularglas. Weit ent-fernte Gegenstände , deren Strahlen als unter einander parallelangesehen werden können, erscheinen als Bilder in dem ge-meinschaftlichen Brennpunkte beycler Gläser, und diesesBild siebt das Auge durch das Ocular vergröfsert. Das astrono-mische Fernrohr ist also eigentlich nur ein zusammengesetztesMicroscop, in welchem Objectiv und Ocular ihren Platz ge-wechselt haben.

Sey Rund r die Brennweite des Objectivs und des Oeulars.e die Entfernung vom Auge, in welcher das freye Aug am be-sten siebt, A die scheinbare Gröfse des Gegenstandes mit freyemAuge, B und C die scheinbare Gröfse des Bildes mit freyem Auge,und durch das Ocular gesehen, endlich a der Durchmesser desBildes selbst, so ist der Winkel A der beyden äufsersten Li-nien vom Objecte andern Mittelpunkte des Objectivs gleich demWinkel der beyden äufsersten Linien von dem Bilde an demMittelpunkt des Objectivs, weil beyde Scheitelwinkel sind. Ist