SECHSTES KAPITEL.
Zeiten.
Die Astronomen messen die Zeit im Allgemeinen durch den|Winkel, den ein gleichförmig bewegter Punkt um einen un-veränderlichen Mittelpunkt beschreibt. Nach der Theorie und.den Beobachtungen ist die tägliche scheinbare Rotation des.'Himmels um die Erde, oder eigentlich die Rotation der Erdeselbst um ihre Axe, eine solche äul'serst gleichförmige Bewe-gung, daher man auch diese Bewegung vorzugsweise zur Be-stimmung der Zeit gewählt hat.
Der ganze Umlauf eines jeden Punktes des Himmels wirdin 24 Stunden, oder auch in 36o Grade eingetheilt. Die Ver-wandlung der Winkel in Zeit (der Grade in Stunden), oderumgekehrt, der Zeit in Winkel, ist also nur eine Aenderungder Art einzulheiien, und welche gleichförmige Bewegung ir-gend eines Gestirns man auch zur Darstellung der Zeit anneh-men mag, so sind immer 34 Stunden dieses Gestirns gleich 36oGraden, also auch jede Stunde gleich i5 Graden, jede Zeit-minule gleich i5 Baumminuten u. s. w.
Man unterscheidet aber im Allgemeinen drey verschie-dene Zeiten,
Wahre Zeit ist der in Zeit verwandelte Stundenwinkelder Sonne. Der Stu-ndenwinkel wird durch einen Bogen desAequators gemessen; die Sonne bewegt sich aber nicht im.Aeijuator, sondern in der Ecliptik, und zwar in der letztenEbene, wie wir unten sehen werden, mit einer ungleich-förmigen Bewegung. Aus diesen beyden Ursachen ist diewahre Zeit selbst etwas Ungleichförmiges, und daher zu einemallgemeinen Mafse nicht unmittelbar amvendbar.
Um aber doch durch die Sonne, w'elclie sich zu diesemZwecke besonders darbielet, ein gleichförmiges Zeitmafs zu