der Vater schon am Garne." Aber Gelehrten leg' ich obigesProjekt zum Bcurtheilen vor.
„Ueberhaupt schränkte der Faustschlag des Fleischers mei-nen Eiser für die Wissenschaften sehr ein. Ich hatte auswichtigen Gründen vor, den inhaftirten Postdieb Mergen-thal zu besuchen; aber ich versagt' cs mir. Ich mache näm-lich nach meinen Kräften schon seit einigen Jahren ein ganzverwachsenes Feld der Landesgcschichte urbar: die Gericht-plätze und Rabcnsteine; ich meine, ich werfe auf die Landes-spitzbuben und Landesmörder die nöthigsten historischen Blickeund liefere aus dem peinlichen Potosi von Kriminalaktenund Diebslisten einen und den andern Ausbeutethaler, weilich mich überhaupt überrede, jeder Schulmann müsse sichschämen, der nichts über sein Land oder seine Stadt herauö-gibt. Sollte nicht jede Schuldienerschaft sich in die Aesteder Spezial-Geschichte theilen? Könnte nicht der Rektordie Spitzbuben bearbeiten und liefern, die Dekollirten, dieGehenkten? Könnte nicht jeder Unterlehrer seine besondereLandplage nehmen? Der Konrektor die Pestilenzen oderbloßen Epidemien — der Terzius die Viehseuchen — derKantor die Wasser- — der Quartus die Hungersnöthen —der Quintus die Fcucröbrünste?
„Mir also, als Malefikanten-Plutarch, würde cs sehrwohl angestanden haben, ein historisches Subjekt, noch eh'es gehenkt wird, zu besichtigen; ich stellte aber denen, diemir's riethen, vor, ich führte in den peinlichen Memoires,die ich unter der Feder hätte, die Geschichte eines armenHöfer Schullehrers aus, den ein Dieb, dem er einmal einAlmosen scheltend gereicht, in Leipzig als seinen Komplicenfälschlicher Weise angegeben, worauf der ehrliche Schulmann