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7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
284
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rein, obwol nicht gleich stark, er mag eS gegen andere odergegen uns seyn. Da unsre Liebe ihr Obsekt hat im Zustandeines fremden Jchs, so kann wenigstens sie nicht als Empfin-dung oder Trieb die restektircnde Berechnung anstellen, objener Zustand mich oder andere zum Ziele habe.

Allerdings reget die Menschenliebe des andern in mireine größere Liebe an, wenn ich ihr Gegenstand bin, alswenn andere eS sind. Aber der Grund benimmt der Liebedes Universalerben von ihrer Reinheit nichts. Von meinenVorzügen, von meiner Würdigkeit, geliebt zu werden, Hab'ich eine tausendmal lebendigere Vorstellung als von fremdenVorzügen. Zweitens Hab' ich von der fremden Liebe undihrer Einwirkung, sobald ich sie erfahre, einen lebhaftcrn Be-griff. Drittens verstärkt meine Eigenliebe meine Men-schenliebe, ohne sie zu verfälschen: kein Trieb kann denandern unmittelbar erzeugen oder erhöhen, sondern nur seinGegenstand; aber der schlimmere Trieb kann unsre Phantasiebefeuern, den bessern mit Hellern und mehren Gegenständenzu umringen und anzufachen. Die eigensüchtige Phantasiesteigert also die uneigennützige Liebe. Hätten wir nicht nurvom Werthe jenes Galeerensklaven, den ein göttlicher Mönchloökettete, um sich selber in seine Banden zu begeben, sondernauch von seinem Wohlbehagen nach der Rettung einen soHellen Begriff, wie er selber von beiden hatte, so müßtenwir den Mönch, ohne die Schuldner seines schönen Herzenszu seyn wie der Sklave, doch fast eben so lieben wie derSklave. Ja eine feinere Seele stellet die Liebe, die ihr Lieb-haber für sie hat, so weit von ihrem Selbste weg, daß sieihn so zart und verdienstlich lieben kann, als wär' er derLiebhaber eines fremden Jchs.