Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
275
Einzelbild herunterladen
 

275

so leicht machte, als ohne Kupferstiche möglich ist, ich erin-nere mich, sag' ich, daß ich mich, wenn ich mich dann nacheiniger Bestimmung umschaucte, in einem Zirkel oder Tra-pezium von fatalen verdrießlichen Gesichtern mit gekräuseltenNasen, faltigen Lippen, gestirnten überschriebnen Stirnenstehen sah und wer mir aus der Gesellschaft die nächstenWochen darauf ein Bein unterstellen konnte, der that's.Wenn ich nicht zuweilen in Gesellschaft einschliefe, so könn-ten alle nichts ausbringen, womit ich ihnen zu nahe träte;alles, was ich darin wage, ist, daß ich vor ihnen im Kopfeeinige juristische 0x»8cula auöarbeite, anstatt daß Zim-mcrmann ihnen im Kopfe gar seine philosophischen ver-liefet. Newton sah den Finger einer Dame für einenZwerghirschchen-Fuß an, den man zum Pfeisenstvpfer nimmt;ich aber habe nichts auf mir, als daß ich einmal, da ichmeine Pfeife ausklopfte, aus Höflichkeit einigemal rief:herein!" weil ich dachte, man klopfe draußen an.

So werf' ich's mehr einem bösen Dämon als mir sel-ber vor, daß ich in Einem Jahre meinen Gevatter undmeinen Beichtvater zugleich geärgert. Ich war sehr krankund ließ auf drei Sonntage eine Kirchenfürbitte für meineGenesung bestellen. Am dritten Sonntag saß ich währendder Fürbitte selber mit unter den Leuten und schauetewährend der Pfarrer oben an meiner Rekonvaleszenz arbei-tete unten aus meinem Gitterstuhl mit einem närrischenGesichte genesen heraus. Ich wußte aber am besten, warumich mich als Rekonvaleszent öffentlich vorstellte: die Gemeindesollte sehen, wie ihre Fürbitte angeschlagen, und zweitenssollte sie ermuntert werden zu Fürbitten gegen das Rezidiv.

Was meinen Gevatter, den Marschkommissär, anlangt,

18 *