nachdächte, während die fämmtliche Kirche auflaucrte. Jelänger ich erstaunte in meiner Perücke, desto mehr Zeit ver-lief, und ich überlegte, ob es noch schicklich sei, so spät dasToupce-Fallgatter aufzuheben und darunter den Kirchlcutenwieder zu erscheinen. Jetzt war — denn der Kanzeluhrsandlief in Einem fort — noch mehr Zeit verstrichen; die außer-ordentliche Windstille der Gemeinde lag ganz schwül aufmeiner Brust, und ich konnte, so lächerlich mir zuletzt derganze Ohr und Fuß spitzende Kirchenhaufen vorkam, und sosicher ich hinter meinem Haar-Stechhelm lag, doch leichteinsehen, daß ich weder ewig niedergestülpet bleiben, nochmit Ehren in die Höhe kommen könnte. Ich hielt's alsofür das Anständigste, mich zu hären und mit dem Kopfelangsam aus der Perücke, wie aus einem Ei, anszukriechenund mich heimlich mit bloßem Haupte in die an die Kanzel-treppe stoßende Sakristei hinunter zu machen. Ich that'sund ließ die auSgekcrnte, ausgeblasene Perücke droben vika-riren. Ich verhalt' es nicht, indeß ich in der Sakristei mitdem unbefiederten Kopse auf- und abging, so passete setzt(denn mein brachliegender Adsunktus und Geschäftträgerschauete in Einem fort schweigend auf die Seelen herunterals Anfang eines Seelcnhirten), so passete, gesteh' ich, setztGroß und Klein, Mann und Weib daraus, daß der Kopf-Socken anfingc sich aufzurichten und ihnen vorzulesen undjeden so zu erbauen, wie sa homiletische Kollegien uns alle,hoff' ich, abrichten. Ich brauche den Lesern nicht zu sagen,daß die erledigte Perücke nicht aufstand, beraubt aller Zu-lage und ihres Einsatzes. Zum Glück stellte sich der Kan-tor aus die Fußzehen und sah in die Kanzel herein — erstieg «ans taeon herab und hinauf und zog meine Kapuze
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