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7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
262
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wirken. Durchaus nur mit und durch Phantasie: das wasdie Gebilde der Malerei und Plastik von andern Körpernabsondert, muß ein besonderes Verhältniß zu unserer Phan-tasie seyn. Dieses Verhältniß kann nicht aus die bloße kahleVergleichung hinauslaufcn, die wir zwischen dem Ur- undAbbilde «»stellen, und aus der wir nur das matte Vergnügenbesiegter Schwierigkeiten schöpfen könnten. Sulzer sagt:ein Gemälde gcfället uns, aber nicht das treuere Bild imSpiegel; eine Statue entzückt unS, aber nicht die treuereWachsfigur: denn die Aehnlichkcit muß ihre Gränzen haben.Ich frage aber, warum? Weswegen soll die vollendete Aehn-lichkeit (die Gleichheit) weniger vermögen als die unvollen-dete? Es ist in diesem Sinne nicht einmal wahr, und einPorträt, dem zum Spiegelbilde nichts abginge als die Be-weglichkeit, würde uns um so mehr bezaubern.

Aber in einem andern Sinne ist allerdings eine Unähn-lichkeit vonnöthen: diejenige, die in die Materie die Panto-mime eines Geistes cindrückt, kurz das Jdealische. Wir stellenuns am Christuskopfe nicht den gemalten, sondern den ge-dachten vor, der vor der Seele des Künstlers ruhte, kurz dieSeele des Künstlers, eine Qualität, eine Kraft, etwas Un-endliches. Wie die Schauspieler nur die Lettern, nur dietrocknen Tuschen sind, womit der Theaterdichter seine Idealeauf das Theater malet daher wird jedes Trauerspiel mitgrößerem Vortheil seines Jdealischen im Kopfe als auf demSchauplatz aufgeführet: so sind die Farben und Liniennur die Lettern des Malers. Die typographische Pracht die-ser Lettern vermenge man nicht mit dem erhabenen Sinn,dessen unwillkürliche Zeichen sie sind.

Ich sagte unwillkürliche. Unsere Seele schreibt mit