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dichterischen kann ja dein Wunsch nicht größer seyn als deinBezirk, und das was du wünschest, hast dn ja eben vorhererschaffen. —
Der Steig der Wirklichkeit ist nicht blos steiniger, son-dern auch länger als der der Phantasie, die über ihm schwei-fet; aber wenn du einen Dichter liesest, so hast du noch dazudie Freude, den blumigen Jrrgang einer fremden Phantasiemit deiner eignen zu durchkreuzen. Wie wird die Phan-tasie, die schon die Wirklichkeit aufschmückt, erst Träume ver-zieren? —
Wenn ich oft meiner Phantasie in schönen Landschaftenerlaubte, Landschaftmalcreien zu machen für mich, nicht fürdaö Publikum: so fand ich — und auch sonst — daß dieaus mir aufsteigenden Fluren nur Inseln und Erdstriche ausder längst versunknen Kindheit waren. Der Traum führetauch (wie schon Herder bemerkt) die längst weggeschobenenbunten Glasmalereien der Kindheit wieder in die dunkle Kam-mer des Schlafes zurück. Die Kindheit-Erinnerungen kön-nen aber nicht als Erinnerungen, deren uns ja aus jedemAlter bleiben, so sehr laben, sondern es muß darum seyn,weil ihre magische Dunkelheit und das Andenken an un-sere damalige kindliche Erwartung eines unendlichen Genusses,mit der uns die vollen jungen Kräfte und die Unbekanntschaftmit dem Leben belogen, unserm Sinne des Gränzenlosenmehr schmeicheln.
Daö Jdealische in der Poesie ist nichts anders als diesevorgespiegelte Unendlichkeit; ohne diese Unendlichkeit gibt diePoesie nur platte abgefärbte Schieferabdrücke, aber keineBlumenstücke der hohen Natur. Folglich muß alle Poesieidealisiren: die Theile müssen wirklich, aber das Ganze ivea-