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nicht um etwas auszubrüten, sondern um die Bruthitze dersiechen Brust zu lindern.
Was nun unserm Sinne des Gränzenlosen — sowill ich immer der Kürze wegen sagen — die scharf abge-theilten Felder der Natur verweigern, das vergönnen ihm dieschwimmenden nebligen elysischen der Phantasie. Kant setzetschon das Erhabene der Dichtkunst und der Natur in einangeschauetcs Unendliche. Die Natur zwar selber als Sinnen-gegenstand ist nicht erhaben, d. h. unendlich, weil sie alle ihreMassen wenigstens mit optischen Gränzen scharf abschncidct:das unabsehliche Meer mit Nebel oder Morgenroth, den un-ergründlichen Himmel mit Blau, die Abgründe mit Schwarz.Gleichwol sind das Meer, der Himmel, der Abgrund erha-ben; aber nicht durch die Gabe der Sinne, sondern der Phan-tasie, die sich an die optischen Gränzen, an jene scheinbareGränzenlosigkeit hinstcllct, um in eine wahre hinüberzuschauen.Man könnte fragen: warum thut sie es nicht bei jedem Blau,bei jedem Schwarz? — Man könnte antworten: weil nichtjedes Blau einen so großen Gegenstand umschließet. Mankönnte wieder fragen: warum denn eine dem Meere an Größegleiche Blumenebene sich mit Nebeln schließe, ohne so erhabenzu scyn wie das Meer? Die letzte Antwort aber bleibt: weilalles Große einfarbig seyn muß, da jede neue Farbe einenneuen Gegenstand anfängt. Im einfachen Blau des Himmelswiegt die Seele ihre Flügel auf und nieder — und aus demletzten Stern stürzt sie sich mit ausgebrciteten Schwingen indie Unermcßlichkeit.
Stelle dir ein Arkadien vor: in dem, worauf du trittst,halten überall Herkules-Säulen deine Genüsse auf und lassenblos deine Wünsche über die Säulen stiegen; aber in einem
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