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7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
258
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Aber ich eile zu dem, was mich befriedigt. Die Armedes Menschen strecken sich nach der Unendlichkeit aus: alleunsere Begierden sind nur Abtheilungen Eines großen unend-lichen Wunsches. ES ist sonderbar, daß man von der Phan-tasie, deren Flügel einen unendlichen Raum und eine unend-liche Zeit bedecken wollen, weil sie über jede endliche reichen,und von der Vernunft, die keine endliche Kausalreihedenken kann, nicht weiter fortgcschlossen hat auf den Willen.Alle unsere Affekten führen ein unvertilgbares Gefühl ihrerEwigkeit und Ueberschwenglichkeit bei sich jede Liebe undjeder Haß, jeder Schmerz und jede Freude fühlen sich ewigund unendlich. So gibt eS auch eine Furcht vor etwas Un-endlichem, wovon die Gespcnsterfurcht, wie ich anderswo*)bewiesen, eine Aeußerung ist. Wir sind unvermögend, unsnur eine Glückseligkeit vorzuträumen, die uns auüfüllte undewig befriedigte. Dein Genius entführe dich und lege dichin der schönsten Pappelinsel dieser Erde nieder er zieheLusthaine durch die Insel, und Gärten um die Haine, undBlumen um die Gärten und er öffne dein Auge undzeige dir alles, waö du hast: einen stillen Himmel und zweiMenschen, die du liebst; er fliege in dein Herz zurück undwohne darin unter dem Namen der Tugend und Weisheit:Glücklicher! wirst du niemals seufzen? Und steigt deinerster Seufzer als Ucbersättigung auf, mit der sich ja keinWunsch, kein Hunger gesellen könnte? All' unser Ringennach Freude soll nur unser Schmachten übcrtäuben: wir lie-gen brütend auf der kalten Erde wie die Vögel auf Kreide,

*) Mumien. 1. Thcil. S. 221, 222.