fusionraum um die glücklichen Inseln der Vergangenheit, umdas gelobte Land der Zukunft.
Die Personen aller dramatischen Gedichte, selber diebösen, empfangen in ihrem Dunst- und Zauberkreise Reize,die ihnen alle im kahlen lichten gemeinen Leben abfallen wür-den, wenn sie darin erschienen.
Der Traum ist das Tempe-Thal und Mutterland derPhantasie: die Konzerte, die in diesem dämmernden Arkadienertönen, die elpstschen Felder, die eö bedecken, die himmli-schen Gestalten, die es bewohnen, leiden keine Vergleichungmit irgend etwas, das die Erde gibt, und ich habe oft ge-dacht: „da der Mensch aus so mancherlei schönen Träumenerwacht: aus denen der Jugend, der Hoffnung, des Glücks,der Liebe: ach könnt' er nur — sie wären ihm dann allewicdergegeben — in den schönen Träumen des Schlummerslänger bleiben!"
Noch größer ist die phantasirendc Kraft, wenn sie aus-wärts reicht und die Gegenwart selber zum Marmorblockoder Teige ihrer Gebilde macht. Ich will mehr als EinBeispiel geben. Das erste ist nicht das deutlichste: bei rau-schenden Freudenfesten, auf Bällen, auf nächtlichen Freuden-gelagen schmückt sich jeder Augenblick mit dem Wiederscheindeö nächsten künftigen; und so lange dieses dauert, vermengenwir den süßen Durst deö Herzens mit dem Trank —denn der Mensch hat so wenig, daß er nur froh ist, wenner stark begehren kann, und daß er die Stärke seinerWünsche zu ihren Befriedigungen rechnet. — Aber eskommt eine trunknere Stunde, wo im langen Freudengelageunsere Phantasien unsere Sinne übertönen, wo die Gegenwartmehr zum Traume, die Musik mehr zum Echo ermattet, und