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Jetzt möcht' ich aber fragen, welcher deutsche Schriftstel-ler getrauete sich wol, ein großes historisches Blatt aufzuspan-nen und vollzumalen, auf dem wir alle ständen, wie wir indie Kirche zögen? Müßt' er nicht den Kindeövater entwerfen,mit ausgebürstetem Priesterornate, langsam, andächtig undgerührt einhergehend? — Hätt' er nicht den Gevatter zu skiz-ziren, der heute seinen Namen auöleihen will, welchen ervon zwei Aposteln her hat (von Johannes und Paulus),wie Julius Cäsar den seinigen zweien noch bis aus denheutigen Tag lebenden Dingen verlieh (einem Monat undeinem Throne)? — Und müßt' er nicht das Pathchcn aufsBlatt setzen, mit dem sogar der Kaiser Joseph Milchbrü-derschast in seinen alten Tagen trinken würde, wenn ernoch darin wäre? —
Ich habe mir hundertmal in der Stube über Feierlich-keiten zu lächeln vorgcnommen, bei denen ich nachher, wennich ihnen beiwohnte, unwillkürlich ein petrisizirtes Gesichthatte voll Anstand und Ernst. Denn als der Schulmeistervor dem AktuS zu orgeln anfing — welches wol noch kei-nem Kinde in Hukelum widerfuhr — und als der hölzerneTaufengel, wie ein Genius niedergeflogen, seine angemaltenHolz-Arme der Taufschüfsel unterbreitete und als ich amnächsten an seinem übergoldeten Fittig stand: so zog meinBlut langsam-feierlich, warm und dicht durch meinen pulsi-renden Kopf und durch meine Lunge voll Seufzer; und ichwünschte trauriger, als ich mir thue, dem stillen in meineArme gesenkten Liebling, dem die Natur noch die unreifenAugen vor der vollen Perspektive der Erde zuhielt, für dieZukunft einen so sanften Schlaf wie heute, einen so gutenEngel wie heute, nur aber einen lebendiger», damit er ihn
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