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der Abergläubige hat Recht, der dem Lesen derselbenVerlieren deö Gedächtnisses beilegt; allerdings vergissetman tausend Dinge dieser Erde. ....
Die Investitur am Sonntage, dessen Evangelium vomguten Hirten auf den Aktus paßte, muß ich kurz abfertigen,weil alles Erhabene die Redseligkeit nicht leiden kann. Ichwerde aber doch das Wichtigste mitgetheilet haben, wenn ichberichte, daß dabei getrunken wurde — im Pfarrhaus; ge-paukt — im Chor; vorgclesen — vom Senior die Vokazion,vom weltlichen Rathe daö Natistkazioureskript, und gepre-digt — vom Konsistorialrathe, der den Seelsorger nahmund ihn der Gemeinde und diese jenem präsentirte, gab undzusicherte. Firlein fühlte, er gehe als ein Hohenpriester ausder Kirche, in die er als ein Landpfarrer gekommen war,und hatte den ganzen Tag nicht das Herz, einmal zu fluchen.Wenn der Mensch feierlich behandelt wird, so sieht er sichselber für ein höheres Wesen an und begeht sein Namenfestmit Andacht.
Dieses Aufdingen, diesen Klosterprofeß ordnen die geist-lichen Oberrabbi und Logenmeister — die Superintendenten —sonst gerne an, wenn der Pfarrer schon einige Jahre derGemeinde vorgestanden ist, der sie ihn vorzustellen haben,wie die ersten Christen die Einweihung und Investitur zumChristenthum, die Taufe, gern in den Tag ihres Todes ver-legten, — ja ich glaube nicht einmal, daß die Investituretwas von ihrem Nutzen verlöre, wenn sie und daö Amt-jubiläum auf Einen Tag aufgesparet würden, um so mehr,
*) Dieser christliche Aberglaube ist nicht blos ein rabbinischcr,sondern auch ein römischer. Licsro äs ssusctuts.
Jean Paul's ausgew. Werke. VII.