zwei Menschen thun, die schon die Trauerschleppe des Lebens,nämlich das Alter, tragen, deren Haare und Wangen schonohne Farbe, deren Augen ohne Feuer sind und deren Ange-sicht tausend Dornen zu Bildern der Leiden ausgestochenhaben, wenn diese sich umfangen mit so müden alten Armenund so nahe am Abhange ihrer Gräber, und wenn sie sagenoder denken: „eS ist an uns alles abgestorben, aber dochunsere Liebe nicht — o wir haben lange mit einander ge-lebt und gelitten, nun wollen wir auch zugleich dem Todedie Hände geben und uns mit einander wegführen lassen:"
--so rufet alles in uns aus: o Liebe, dein Funke ist
über der Zeit, er glimmt weder an der Freude, noch an derRosenwange, er erlischt nicht, weder unter tausend Thrä-nen, noch unter dem Schnee des Alters, noch unter derAsche deines — Geliebten. Er erlischt nie; und du All-gütiger, wenn es keine ewige Liebe gäbe, so gäb' es ja garkeine! . . .
Dem Pfarrer ward eS leichter als mir, sich einen Ue-bergang vom Herzen zum Magen zu bahnen. Er trug jetztThiennetten, deren Stimme sich sogleich erheiterte — indcßihr Auge einmal umS andere zu glänzen anfing — seinVorhaben vor, das Frostwetter zu benutzen und so viel insHaus einzuschlachtcn, als sie haben: „das Schwein kannkaum mehr aufstehen," sagt' er und bestimmte den Entschlußder Weiber, ferner den Metzger und den Tag und die Zahlder Schlachtschüffeln; er besprach alles mit einer Pünktlich-keit, mit der die Kriegsinnung (welche den Trokar derüberfüllten Menschheit, nämlich das Marsschwert, ansctzt)einen Tag vorher zn Werke geht, ehe sie eine Provinz insHatz- und Schlachthaus treibt.