Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
200
Einzelbild herunterladen
 

200

Darauf fing er an, ganz froh über Winters Anfang,der heute um acht Uhr zwei und zwanzig Minuten Morgenseingctreten war, zu thun und zu reden,weil es doch wieder,sagt' er, stark aufs Frühjahr losgehe, und man morgennicht so viel Licht verbrennen dürfe als heute." Die Mutterfiel ihn zwar mit dem Gewehr ihrer fünf Sinne an; aberer hielt ihr die astronomischen Tabellen entgegen und bewies,die Zunahme des Tages sei eben so unläugbar als unmerk-bar. Letztlich fragte er wie die meisten Amt- und Eheleutenichts darnach, ob ihn seine Weiber fasteten oder nicht, undbenachrichtigte sie in juristisch-theologischer Einkleidung:heute Nachmittags schieb' cr's nicht mehr auf, sondernhalte beim hochpreislichen Konsistorium, welches j»s cwcu«ucim habe, um einen neuen Knopf für den Kirchthurm an,um so mehr, da er bis auf das Frühjahr eine reichlichemilde Beisteuer von der Parochie herausgebettclt zu habenverhoffe."Wenn uns Gott den Frühling erleben lasset(setzte er äußerst fröhlich hinzu), und du glücklich nicder-kommst: so könnt' ich alles so diöpvniren, daß der Knopfgerade aufgesctzet würde, wenn du deinen Kirchgang hiel-test, Alte!"

Darauf rückte er den Stuhl leicht vom Schenk- undNachtisch an den Arbcittisch und versaß den halben Nach-mittag an der Supplik um den Thurmknauf. Da er nochein wenig Zeit bis zur Dämmerung hatte, so setzte er dasArbeitzeug an sein neues gelehrtes Opu« an. Es standnämlich bei Hukelum im Schnee draußen ein Zehntel voneinem alten Raubschloß, das er im Herbste alle Tage wieein rsvenavt besucht hatte, um es auözuklaftern, ichnogra-phisch zu silhouettiren, jeden Fensterstab und jeden restircn-