Abfluß wässerte rauschend die Beete. — Die Silberfunkender Sternbilder sprangen auf dem Altäre des Morgens ausund fielen erloschen in das rothe Meer des Abends nieder.-
Der Wind schwirrte wie ein Nachtvogel lauter durchdie Bäume und gab der Akazienlaube Töne, und die Toneriefen den Menschen, die in ihr einstmals glücklich wurden,zu: „tritt herein, neues Menschenpaar, und denk' an das,was vergangen ist, und an mein Verwelken und an deinesund sei heilig wie die Ewigkeit und weine nicht bloö vorFreude, sondern auch vor Dankbarkeit!" — Und der Wei-nende zog die Weinende unter die Blüten und legte seineSeele wie eine Blume an ihr Herz und sagte: „beste Thicn-nctte, ich bin unaussprechlich glücklich und möchte viel redenund kann doch nicht — ach, du Theuere, wir wollen wieEngel, wie Kinder Zusammenleben. — Wahrlich alles willich thun, was dich freuet; vor zwei Jahren hatt' ich sanichts, gar nichts, ach durch dich, du Liebe, bin ich so glück-lich. — Ich sage nun du, du, du liebe Seele!" — Sie zogihn enger an sich und sagte, wicwol ohne ihn zu küssen:„Sagen Sie nur Du, Theuerstcr!"
Und als sie wieder aus der heiligen Laube in den ma-gisch-dunkeln Garten traten, nahm er den Hut ab, erstlichum innerlich Gott zu danken, und zweitens weil er in denunaussprechlich-schönen Himmel schauen wollte.
Sie kamen vor dem rauschenden leuchtenden Hochzeit-Hause an; aber ihre erweichten Herzen suchten Stille auf,und fremdes Anstrcifen störte, wie am blühenden Wein, dieBlumen-Vermählung der Seelen: sie kehrten lieber wiederum und wandten sich in den Gottesacker hinauf, um ihreRührungen zu bewahren. Groß stand auf Gräbern und
Jean Naul's auSgew, Werlc. VII.