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Neunten Zettelkasten
oder zur Hochzeit.
(8)eh' auf, schöner Himmelfahrt- und Hochzeittag, und er-freue auch Leser! Schmücke dich mit dem reinsten Juwel,mit der Braut, deren Seele so rein und glänzend ist wie ihreHülle, so wie zugleich die Perle und die Perlenmuschcl schim-mern und putzen! — Und so dringt jeder Leser über dasblühende Spalier, dessen Fruchthecke bisher unfern Lieblingvon seinem Eden trennte, hinter ihm nach! —
Den Sten Mai 1793 Morgens um drei Uhr fuhr wieein Lichtstral ein Helles Posthorn-Geschmetter durch diegraue und dunkelrothe Maien-Nacht: zwei gewundene Hör-ner starreten zwischen Einer steifen Trompete, wie Frage-zeichen zwischen Ausrufungzeichen, aus einem Hause heraus,worin nur ein Beichtsohn (nicht der Beichtvater) wohnte undanblies: das Beichtkind hatte nämlich die Hochzeit, die derSeelcnhirt heute vorhatte, gestern gehalten. Der freudigeWildruf trieb den Pfarrer aus dem breiten Bette — undden Pudel unten hervor, der schon seit einigen Wochen ausdem gleißend gewaschenen Deckbette vertrieben war — undzwar so frühe, daß er im abspiegelnden Betthimmel, in demer bisher jeden Morgen sein rothes Gesichtchen und seinBett-Weißzeug observirte, alles nur dunkel und getuscht sehenkonnte.
Ich gesteh' es, die neu-getünchte Stube und ein Ab-