184
rückte man immerhin mir deswegen meine große Jugend vor— als wenn ich meine Liebesbriefe erst von einem kaiserlichenNotarius müßte vidimiren und kontrasigniren lassen: beimHimmel! die leichte Blume der Liebe, deren Duft den Wag-balken nicht zieht wie Tulpenzwiebeln, so auf der Heuwageder Justiz zu sehen, zwei Herzen auf der kalten Raths- undFleischwage der Eltern und Advokaten, die in die Schalenblos Häuser, Felder und Zinn aufthürmcn .... das magden Interessenten so wohl thun, wie dem trunknen Säuglingund Zögling einer Muse und der Philosophie, wenn er dieAbend- und Morgenandachten vor seiner Göttin in den Buch-laden tragen und nun die Andachten inö Geld setzen und ansie Kontrakte und Ellenmaß appliziren muß.-
Vom Kantate-Sonntag bis zur Himmelfahrt, d. h. zurHeimfahrt oder Hochzeit sind anderthalb Wochen — oderanderthalb selige Ewigkeiten. Wenn cs schön ist, daß Nächteoder Winter die Tag- oder Jahreszeiten der Freude ziemlichweit auseinander halten, wenn cS z. B. schön ist, daß mannicht den Geburt-, Namen-, Verlobung-, Hochzeit- undTauftag auf Einem Tage erlebt — denn bei den wenigstenfällt z. B. Hochzeit- und Tauftag wie Fest- und Apostel-tag zusammen — so ist'S noch schöner, den Zwischenraum,die Blumenrabatte zwischen Verlobung und Hochzeit außer-ordentlich weit zu machen. Vor dem Hochzeittag sind diewahren Honigwochen — dann kommen die Wachswochen —dann die Honigcssigwochen.
Im neunten Zettelkasten schlägt der Pfarrer schon seinBrautbette auf — und ich will hier im achten nur kurzdarüber wegsahrcn, wie es ihm bis dahin erging: natürlicherWeise, himmlisch genug. Es glückt Wenigen so wie ihm,