Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

151

entgegen, aber doch) zu Ohren durch ihr fernes Morgcn-licd er macht nur einen augenblicklichen Abstecher in denGlückshafen der blütetrunknen Akazienlaube, die noch wieder Bund, der darin geschlossen wurde, keine Stacheln hat er taucht seine heiße Hand in das Kühlbad des bethaue-ten Laubes er watet mit Lust durch das über die Flurengesprengte Schönheitwasser des ThaucS, das den Stiefelndie Farbe wcgftisset, die es den Gesichtern ertheilt (dennnun mit 30 Dukaten, kann sich ein Konrektor schon zweiPaar Stiefel auf der Streu halten"). Jetzt taucht sich derMond (gleichsam das hängende Siegel an seiner gestrigenWonne) in Abend ein als ein ausgeleerter Eimer des Lichts,und in Morgen ging der zweite übervollgeschöpfte Eimer,die Sonne, in die Höhe, und die Güsse des Lichtes flatter-ten immer breiter.

Die Stadt stand in himmlischen Morgenflammcn: hiersing seine Wünschelruthe (die Goldstange, die er bis auf denabgebrochenen Zoll bei sich trug) über allen Stellen zuschlagen an, wo sich Ausbeuten und Silberadern der Lustversteckten, und unser Ruthengänger entdeckte leicht, daß dieStadt und die Zukunft ein wahres ganzes Freuden-Potosiwaren.

In seinem Konrektorat-Stübchen fiel er auf die Knieund dankte Gott nicht sowol für Erbschaft und Brautals für sein Leben: denn er war mit Zweifeln Sonntagsfrüh fortgegangen, ob er wieder kommen werde, und ich habenur aus Liebe zum Leser, weil ich dachte, er ängstige sich,FirleinS Reise mehr seiner Begierde, das Testament zu wis-sen, als dem Wunsche, sein eignes blos bei seiner Mutterzu machen, oben listig zugeschricben. Jede Genesung ist