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die arme mimächtige Seele stammelnd, eingespcrrt, lechzendund wahnsinnig eine heiße Sprache sucht, die es nicht gibt;— er wurde übermannt — er hatte nicht den Muth, sie an-zublicken, sondern sah gerade aus in die Abendröthe undsagte (und hier rannen vor unaussprechlicher Liebe die Thrä-nen heiß über seine Wangen): „ach ich will Ihnen alles ge-ben, Gut und Blut und alles was ich habe, mein Herz undmeine Hand."
Sie wollte antworten, aber sie that nach einem Seiten-blicke den Schrei des Schreckens „ach Gott!" —Er fuhr ge-gen sie und sah den weißmousselinenen Aermel mit ihremBlute vollgequollen, weil sie die Aderlaßbinde durch dasHineinrückcn des Armes abgeschvben hatte. Blitzschnell rißer sie in die Akazienlaube, wo sie sich setzen konnte. Dasnachdringende Blut tropfte schon vom Kleide, und er wurdebleicher als sie, denn jeder Tropfe wurde aus seinem Herz-blut geschöpft. Der blau-weiße postpapierne Arm wurdeenthüllt, die Binde wurde aufgewunden, er riß aus derTasche ein Goldstück heraus — deckte es, wie man bei off-nen Arterien thut, auf die sprudelnde Quelle, und verschloßmit diesem goldnen Gesperre und mit der Binde darüberdie Pforte, aus der ihr gequältes Leben drang. —
Als eö vorüber war, sah sie auf zu ihm, erblasset, aberihre Augen waren zwei schimmernde Quellen einer unbe-schreiblichen Liebe voll Schmerz und voll Dank. — Die er-mattende Verblutung legte ihre Seele in Seufzer auseinan-der. Thienuettc war unaussprechlich weich, und das von sovielen Jahren, von so vielen Pfeilen aufgerissene Herz tauchtesich mit allen seinen Wunden in warme Thräuenströme un-ter, um zuzuheilen, wie sich zersprungene Flöten durch das
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