werden. — „Und weißt dn denn, fuhr die Mutter fort, was„die arme Fröhlen kriegt? — Ach Gott! nichts! nicht den„rothcn Heller da!" — Denn der Tod hatte die Hand starrgemacht, die sich gerade auöstrecken und der armen Thiennetteeinen kleinen Regenschirm gegen die Strichgewitter und Blut-regen ihres Lebens reichen wollte. Die Mutter berichtetediesen Fußstoß des Glücks mit wahrem Mitleid, das bei denWeibern den Neid ablvset und das ihnen leichter wird alsdie Mitfreude, die mehr männlich ist. In manchen weibli-chen Herzkammern sind Mitleiden und Neid so nahe Wand-nachbarn, daß sie nirgends tugendhaft wären als in der Hölle,wo die Menschen so erschrecklich viel auöstchen, und nirgendsfehlerhaft als im Himmel, wo die Leute des Guten zu vielhaben.
Der Konrektor hatte nun auf Erden den Himmel, inden seineWohlthäterin aufgeflohen war. Zuallererst spranger — ohne sein Schnupftuch einzustecken, in dem seine Rüh-rung war — die Treppe hinauf, um das große testirte Betteaufgeschlagen zu sehen; denn er hatte eine weibliche Vor-liebe für Möbel. Ich weiß nicht, ob der Leser schon in alteRitterbetten gcschauet hat oder gestiegen ist, in die man durcheine kleine Treppe ohne Geländer, die daran hängt, leichtlichkommen kann und in denen man im Grunde allemal eineTreppe hoch schläft. Nanzianzen berichtet (0,m. XVI.),daß schon die Juden hohe Betten mit solchen Hühnerleiterngehabt, aber bloS des Ungeziefers wegen. Die legirtc'Bett-Arche war gerade so groß — und ein Floh hätte sie nichtmit Erddiametcrn, sondern mit SiriuSwciten gemessen. AlsFirlein von diesem kolvssalischen Dormitorium die Vorhängezurückgeschoben und den Betthimmel in einem großen Spiegel