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7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
125
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mich wundcrt's, wie ich gestern damit stolziren konnte vormeiner Veränderung heute hätte ich doch eher Fug dazu."Heute speisete er, wie an allen Sonn- und Festtagen, LeimMetzgermeister Steinberger, seinem vormaligen Vormund.Firlein war gegen ihn das, was gemeine Leute immer, wasaber vornehme und philosophische und gefühlvolle seltensind dankbar: der Mensch dankt desto weniger fürfremde Geschenke, je geneigter er ist, eigne zu machen, undder Freigebige ist selten ein Dankbarer. Meister Steinbergcrhatte als Proviantmcister an den Drahtkäsicht der Dachstube,worin Firlein als Student in Leipzig hing, vollgedrückteFreßnäpfchen mit Kanarienfutter von Geräuchertem, vonHausbrod und Sauerkraut angesteckt. Geld aber war ihmniemals abzubetteln: es ist bekannt, daß er oft die bestenKalbShäutc zu Stiefelledcr für den Quintus zum Gerbengratis schickte; aber die Gerbkosten mußte der Mündel tragen.Als Firlein kam, wurd' ihm wie allemal ein kleineres gemo-deltes Tischtuch aufö grobe gedeckt der Großvatcrstuhl,ein silbernes Besteck und eine Weinsuppe gereicht; lauterAufwand, der sich, wie der Vormund sagte, nur für einenGelehrten schickte, aber für keinen Fleischer. Firlein erst,eh' er entdeckte, daß er Konrektor geworden.Mündel, wennEr (sagte Steinberger) das geworden ist: so ist's recht gut. Siehst du, Eva, jetzt kauf' ich keinen Schwanz von dei-nen Kühen ich muß es gerochen haben." Er sagte seinerTochter damit, daß er den für die Schweizerei bestimmtenKaufschilling für das Konrektorat verwenden müsse, er strecktenämlich dem Mündel allezeit die Aemter - Spesen vor zu4Prozent. Fünfzig Gulden halt' er dem Quintus schonzur QuintuS-Werdung geliehen, die richtig verzinset werden