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sonders machen — Suppliken um Pfarrdienste. Er nahmden Adreßkalender vor und machte für jedes Pfarrdorf, daser darin fand, eine Bittschrift vorräthig, die er so lange beiSeite legte, bis sein Antezessor verstarb. Blos um Hukelumhielt er nicht an. Es ist eine schöne Observanz in Flachsen-ssngen, daß man sich um alle Aemter melden muß, die offenstehen. So wie der höhere Nutzen deS Gebets nicht in seinerErfüllung besteht, sondern darin, daß man sich im Betenübt: so sollen Bittschreiben aufgesetzet werden, nicht damitman Aemter erhalte — das muß durch Geld geschehen —sondern damit man eine Supplik schreiben lerne. Freilichwird, wenn schon bei den Kalmücken das Drehen einer Kapseldie Stelle des Gebetes vertritt, eine geringe Bewegung desBeutels so viel seyn, als supplizire man wörtlich.
Gegen Abend — Sonntags gar — schweifte er imDorfe herum, wallfahrtete zu seinen Spielplätzen und aufden Gemeindeanger, auf den er sonst seine Schnecken zurWeide getrieben — suchte den Bauer auf, der ihn von derSchule her zum Erstaunen der andern duzen durfte — gingals akademischer Lehrer zum Schulmeister, dann zum Senior— dann in die Epiökopalscheune oder Kirche. Das letztereversteht kein Mensch: es brannten nämlich vor drei und vier-zig Jahren die Kirche (der Thurm nicht), das Pfarrhausund — was nicht wieder herzustellen war, die Kirchenbücher
Ihr Gebeträdlcin, Kürüdu, ist eine hohle Kapsel voll aus-gcrollter Bctformcln, die geschwenkt wird und dann wirkt.Philosophischer genommen, ist's, da beim Gebet nur dieGesinnung in Anschlag kommt, einerlei, ob sic sich durchBewegung des Mundes oder der Kapsel äußert.