Friedrichstraße oder aus Erlang ausgcflogen und in Hukclumnicdergesallcn — war für den Quintuö ein Sonncntempelund der Senior der Sonnenpriester. Pfarrer da zu werden,war ein mit Lindenhonig überstrichner Gedanke, der in derGeschichte nur noch einmal verkommt, nämlich in HannibalsKopf, als er den hatte, über die Alpen zu schreiten, d. h.über Roms Thürschwclle.
Der Wirth und der Gast formirten ein vortrefflichesIttirvk», cl'espi-it: Leute in Aemtern, zumal in ähnlichen,haben einander mehr zu sagen — nämlich ihre eigne Ge-schichte — als die müßigen Wonnemond-Käfer und Hof-Seligen, die nur eine fremde doziren dürfen.— Der Seniorkam dann von seinen eisernen Stücken (im Stalle) auf dieAktenstücke seines akademischen Lebens, dessen sich solche Leuteso gern wie Dichter der Kindheit erinnern. So gut er war,so dacht' er doch halb freudig daran, daß er'ö einmal wenigergewesen; aber frohe Erinnerungen fehlerhafter Handlungensind ihre halbe Wiederholung, so wie reuige Erinnerungender guten ihre halbe Aufhebung.
Freundlich und höflich horchte ZebedäuS, der nicht ein-mal in seine Schreibtafel den Namen eines vornehmen Herrnohne ein H. eintrug, den akademischen Flegelfahren des altenMannes zu, der in Wittenberg eben so oft eingeschenkt alseingetunkt und gleich sehr nach der Hippokrene und nachGuckguck*) gedürstet hatte. —
Jerusalem bemerkt schön, daß die Barbarei, die ofthart hinter dem buntesten Flor der Wissenschaften aufsteigt,eine Art von stärkendem Schlammbad sei und die Ueberver-
*) Ein Universitätbier.