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aus der Kindheit wieder — dann zog eine Klage aus derFerne näher, die alle seine geschlossenen Wunden aufschnitt— die Klage wurde Rosamundens Stimme — endlich standsie selber vor ihm, unkenntlich, allein, ohne Trost, ohneThräne, ohne Farbe. ...
Und Rosamuude träumte aus der Erde und ihr war,als wenn die Sonne sich beflügle und ein Engel werde —und der Engel, träumte ihr, ziehe den Mond hernieder, derein sanftes Angesicht werde — und unter dem annähernden
Angesicht bilde sich endlich ein Herz--Es war Euge-
nius; und seine Geliebte hob sich entgegen, und als sie ent-zückt auSrief: „nun bin ich gestorben!" verschwanden diezwei Träume, der ihrige und der seinige, und die zweiMenschen waren wieder getrennt.
Eugenius erwachte droben, die schimmernde Erde standnoch am Himmel, sein Herz war beklommen, sein Auge er-hitzt von einer Thräne, die nicht auf den Mond gefallenwar. Rosamunde erwachte unten und ein großer warmerThautropfen hing in einer Blume ihres Busens — da sielder heiße Nebel ihrer Seele in einem leisen Thränenregennieder, ihr Inneres wurde leicht und sonnenhell, ihr Augehing sanft am tagenden Himmel, die Erde war ihr fremd,aber nicht verhaßt, und ihre beiden Hände bewegten sich, alsführten sie die, die ihr gestorben waren. . . .
Der Engel der Ruhe sah auf den Mond, er sah aufdie Erde und wurde weich über die Seufzer der Menschen —Er sah auf der Morgencrde eine Sonnensinsterniß undeine Verlassene, er sah Rosamunden in der vorüberfliegendenNacht auf die Blumen, die unter der Verfinsterung einschlie-sen, und in dem kalten Abendthau, der in den Morgenthau