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Thränen, ihr zersprungenes Herz gleich einer zerborstenenGlocke alle Töne verloren; sic murmelte bloS: „warum darfich nicht sterben?" — Sie ging kalt in die Hütte zurück undsagte nichts weiter als diese Worte. Jede Nacht ging sieeine halbe Stunde später zum Leichnam und traf jedesmalmit dem ausgehenden zerstückten Monde zusammen und sagte,indem sie ohne Thränen das Trauerauge an seine Dämme-rungauen andrücktc: „warum darf ich nicht sterben?"
Ja wol! warum darfst du es nicht, gute Seele, dadie kalte Erde aus allen deinen Wunden den heißen Giftausgcsogen hatte, womit das Menschcnherz unter sic gelegetwird, wie die Hand in der Erde vom Bienenstich geneset.Aber ich wende mein Auge weg von diesem Schmerz undsehe hinaus auf den schimmernden Mond, wo Eugeniusdie Augen aufschlägt unter lächelnden Kindern und sein eignesfället geflügelt auf sein Herz. . . . Wie ist alles so still imdämmernden Vorhof der zweiten Welt — ein Nebelregenvon Licht übersilbcrt die Hellen Gefilde des ersten Himmels,und Lichtkügclchen hängen statt des funkelnden Thaucs umBlüten und Gipfel — daö Blau des Himmels *) blähetsich dunkler über die Lilien-Ebenen, alle Melodien sind inden dünnern Lüsten nur zerflossene Echo — nur Nachtblu-men duften und gaukeln wankend um ruhige Blicke — dieschwankenden Ebenen **) wiegen hier die zerstoßenen Seelenund die hohen Lebenswogen fallen gleitend auseinander —da ruht das Herz, da trocknet das Auge, da verstummet der
*) Die blaue Farbe der Lust muß im Monde dunkler scpn,weil diese dünner ist, so wie beides auf Bergen zutrifft.
**) Der Mond schwankt.