Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
67
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O flattert immer davon, selige Kinder! Euch wiegt derEngel der Ruhe in der Morgenstunde des Lebens mit Wie-genliedern ein zwei Arme tragen euch und cuern kleinenSarg, und an einer Blumenkettc gleitet euer Leib mit zweiRosenwangcn, mit einer Stirn ohne Gram-Einschnitte undmit weißen Händen in die zweite Wiege herab, und ihr habtdie Paradiese nur getauscht. Aber wir, ach wir brechenzusammen unter den Sturmwinden des Lebens, und unserHerz ist müde, unser Angesicht zerschnitten von irdischemKummer und irdischer Müh' und unsere Seele klammert sichnoch erstarret an den Erdenkloß!

Du wende dein Auge weg von Nosamundens durch-stechendem Schrei, starrendem Blick und versteinernden Zügen;du, wenn du eine Mutter bist und diesen Schmerz schongehabt hast schaue nicht auf die Mutter, die mit sinnloserLiebe die Leiche hart an sich quetschet, die sie nicht mehr er-drücken kann, sondern auf den Vater, der seine Brust übersein kämpfendes Herz schweigend deckt, ob eS gleich derschwarze Kummer mit Otterringen umzog und mit Otterzäh-ncn vollgoß. Ach, als er den Schmerz davon endlich wegge-hobcn hatte, war daS Herz vergiftet und aufgelöst. DerMann verbeißet die Wunde und erliegt an der Narbedas Weib bekämpft den Kummer selten und überlebt ihndoch.Bleibe hier (sagt' er mit überwältigter Stimme) ich will cs zur Ruhe legen, eh' der Mond aufgeht." Siesagte nichts, küßte es stumm, zerbröckelte seinen Blumenring,sank an die Sonnenuhr und legte das kälte Angesicht auf denArm, um das Wegtragen des Kindes nicht zu sehen.

Unterweges erhellete das Morgenroth des Mondes denwankenden Säugling; der Vater sagte:brich heraus, Mond,