der Hütte und EugeniuS sagte: „o stiller, ewiger Himmel,jetzt nimm uns nichts mehr!" — Aber sein blasseö Kind standmit dem geknickten Lilienhaupte vor ihm, er sah die Mutteran und diese lag mit dem weiten feuchten Auge im Himmelund sagte leise: „oder nimm uns alle auf einmal!"
Der Engel der Zukunft, den ich den Engel der Ruhenennen will, weinte lächelnd und sein Flügel verwehte miteinem Abendlüftchen die Seufzer der Eltern, damit ste einan-der nicht traurig machten.
Der transparente Abend floß um die rothe Alpe wieein Heller See und spülte sie mit den Zirkeln kühler Abend-wogen an. Je mehr sich der Abend und die Erde stillte,desto mehr fühlten die zwei Seelen, dass ste am rechten Ortewären: ste hatten keine Thräne zu viel, keine zu wenig, undihr Glück hatte keine andere Vermehrung vonnöthen, alsseine Wiederholung. Eugenius ließ in den reinen Alpen-himmel die ersten Harmonikatöne wie Schwanen fließen.Das müde Kind spielte, in einem Ringe von Blumen einge-fafset, an eine Sonnenuhr gelehnt, mit den Blumen, die esum sich auszog, um sie in seinen Zirkel einzuschlichten. End-lich wurde die Mutter aus der harmonischen Entzückung wach— ihr Auge siel in die großen, weit auf ste gerichteten Augenihres Kindes — singend und anlächelnd und mit überschwel-lender Mutterliebe tritt ste zum kleinen Engel, der kalt warund — gestorben. Denn sein vom Himmel herabgesenktesLeben war im Dunstkreis der Erde auseinander geflossen wieandere Töne — der Tod hatte den Schmetterling angehauchtund dieser stieg aus den reißenden Luftströmen in den ewigenruhenden Aether aus, von den Blumen der Erde zu den Blu-men des Paradieses.-