Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

umzog kein Stralenhimmel, sondern ein Trauerdunkel, und erseufzete, daß das nicht sein Tod, sondern nur die Menscheu-qual über einen fremden sei.

O, ihr gedrückten Menschen, ries er, wie überlebt ihrMüden es, o wie könnt ihr denn alt werden, wenn der Kreisder Jugendgestalten zerbricht und endlich ganz umliegt, wenndie Gräber eurer Freunde wie Stufen zu euerem eignen hin-untergehcn, und wenn das Alter die stumme, leere Abend-stunde eines erkalteten Schlachtfeldes ist; o, ihr armen Men-schen, wie kann das euer Herz ertragen?

Der Körper der ausgeflogenen Heldenseele stellte densanften Engel unter die harten Menschen unter ihre Un-gerechtigkeiten unter die Verzerrungen deö Lasters und derLeidenschaften auch seiner Gestalt wurde der Stachelgürtelvon verbundenen Zeptern angelegt, der Weltthcile mit Stichenzusammendrückt und den die Großen immer enger schnürener sah die Krallen gekrönter Wappcnthicre am entfiedertenRaube hacken und hörte diesen mit matten Flügelschlägenzucken er erblickte den ganzen Erdball von der Riesen-schlange des Lasters in durchkreuzenden, schwarzbunten Rin-gen umwickelt, die ihren giftigen Kopf tief in die menschliche

Brust hineinschiebt und versteckt-Ach, da mußte durch

sein weiches Herz, das eine Ewigkeit lang nur an liebevollenwarmen Engeln gelegen war, der heiße Stich der Feindschaftschießen, und die heilige Seele voll Liebe mußte über eine in-nere Zertrennung erschrecken:ach, sagt' er, der menschlicheTod thut wehe." Aber es war keiner: denn kein Engelerschien.

Nun wurd' er eines Lebens, das wir ein halbes Jahr-hundert tragen, in wenig Tagen müde und sehnte sich zurück.