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Die Braut des emporgetragenen Helden merkte nicht,daß in der Brust ihres Geliebten nur ein Engel wohne: sieliebte noch die aufgerichtete Bildsäule der verschwundnenSeele und hielt noch fröhlich die Hand dessen, der so weitvon ihr gezogen war. Aber der Engel liebte ihr getäuschtesHerz mit einem Menschenherzen wieder, eifersüchtig auf seineeigne Gestalt — er wünschte nicht früher als sie zu sterben,um sie so lange zu lieben, bis sie ihm es einmal im Himmelvergäbe, daß sie an Einer Brust zugleich einen Engel undeinen Geliebten umfangen. Aber sie starb früher: der vorigeKummer hatte das Haupt dieser Blume zu tief niedergebogenund es blieb gebrochen auf dem Grabe liegen. O, sie gingunter vor dem weinenden Engel, nicht wie die Sonne, diesich prächtig vor der zuschauenden Natur ins Meer wirft,daß seine rothen Wellen am Himmel hinausschlagen, sondernwie der stille Mond', der um Mitternacht einen Duft versil-bert und mit dem bleichen Dufte ungesehen niedersinkt. —Der Tod schickte,seine sanftere Schwester, die Ohnmacht,voraus — sie berührte das Herz der Braut und das warmeAngesicht gefror — die Wangenblumen krochen ein — derbleiche Schnee des Winters, unter dem der Frühling der
Ewigkeit grünet, deckte ihre Stirne und Hände zu --Da
zerriß das schwellende Auge des Engels in eine brennendeThränc; und als er dachte, sein Herz mache sich in Gestalteiner Thräne, wie eine Perle aus der mürben Muschel, loS:so bewegte die Braut, die zum letzten Wahnsinn erwachte,noch einmal die Augen und zog ihn an ihr Herz und starb,als sie ihn küßte, und sagte: nun bin ich bei dir, mein Bru-der — — Da wähnte der Engel, sein Himmelbruder Hab'ihm das Zeichen deS Kusses und TodeS gegeben; aber ihn