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Die Abendsonne zog seine verwandte Seele. Die Splitterseiner verletzten Brust matteten ihn durch Schmerzen ab. Erging, mit der Abendglut auf den blassen Wangen, hinausauf den Gottesacker, den grünen Hintergrund des Lebens,wo die Hüllen aller schönen Seelen, die er sonst ausgekleidethatte, auseinander genommen wurden. Er stellte sich mitwehmüthiger Sehnsucht auf das nackte Grab der unaussprech-lich geliebten, eingesunkenen Braut und sah in die verblühendeAbendsonne. Aus diesem geliebten Hügel schaucte er seinenschmerzenden Körper an und dachte: du würdest auch schonhier dich auseinander legen, lockere Brust, und keine Schmer-zen mehr geben, wenn ich dich nicht aufrecht erhielte. — Daüberdachte er sanft das schwere Menschenleben, und die Zuckun-gen der Brustwunde zeigten ihm die Schmerzen, mit denendie Menschen ihre Tugend und ihren Tod erkaufen, und dieer freudig der edlen entflvhnen Seele dieses Körpers ersparte.
-Tief rührte ihn die menschliche Tugend und er weinte
aus unendlicher Liebe gegen die Menschen, die unter demAnbcllen ihrer eignen Bedürfnisse, unter hcrabgesunknen Wol-ken, hinter langen Nebeln auf der einschneidenden Lebens-straße dennoch vom hohen Sonnenstern der Pflicht nicht weg-blicken, sondern die liebenden Arme in ihrer Finsterniß auf-breiten für jeden gequälten Busen, der ihnen begegnet, undum die nichts schimmert als die Hoffnung, gleich der Sonnein der alten Welt unterzugehcn, um in der neuen aufzuge-hen. — Da öffnete die Entzückung seine Wunde und dasBlut, die Thräne der Seele, floß aus dem Herzen auf dengeliebten Hügel — der zergehende Körper sank süßverblutendder Geliebten nach — Wonne-Thränen brachen die fallendeSonne in ein rosenrothes schwimmendes Meer — fernes