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ben lieben, trat um den mitleidigen Engel und verhieß demGeliebten, ihn nach dem Augenblick seines Todes mit ihremStralenhimmel zu umringen, damit er wüßte, daß es derTod gewesen; — und sein Bruder, dessen Kuß unsere er-starrten Lippen wie der Morgenstral kalte Blumen öffnet,legte sich zärtlich an sein Angesicht und sagte: wenn ich dichwieder küsse, mein Bruder, so bist du gestorben auf derErde und schon wieder Lei uns.
Gerührt und liebend sank der Engel auf ein Schlacht-feld nieder, wo nur ein einziger schöner feuriger Jünglingnoch zuckte und die zerschmetterte Brust noch regte: umden Helden war nichts mehr als seine Braut, ihre heißenZähren könnt' er nicht mehr fühlen und ihr Jammer zogunkenntlich als ein fernes Schlachtgeschrci um ihn. O, dabedeckte ihn der Engel schnell und ruhte in der Gestalt derGeliebten an ihm und sog mit einem heißen Kusse die wundeSeele aus der zerspaltnen Brust — und er gab die Seeleseinem Bruder, der Bruder küßte sie droben zum zweitenmalund dann lächelte sie schon.
Der Engel der letzten Stunde zuckte wie ein BlitzstralLn die öde Hülle hinein, durchloderte den Leichnam und triebmit dem gestärkten Herzen die erwärmten Lebensströme wie-der um. Aber wie ergriff ihn die neue Verkörperung! SeinLichtauge wurde im Strudel deö neuen Nervengeistes unter-getaucht — seine sonst fliegenden Gedanken wateten setzt trägedurch den Dunstkreis des Gehirns — an allen Gegenständenvertrocknete der feuchte, weiche Farbenduft, der bisher herbst-lich über ihnen wogend gehangen, und sic stachen auf ihnaus der heißen Luft mit einbrennenden, schmerzlichen Far-benflecken — alle Empfindungen traten dunkler, aber stür-