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Nacht gab ichPaullinen die kleine Dichtung, die ich hier denHerzen aller ihrer Schwestern bringe.
Die Mondfinsternis
Auf den Lilienfluren des Mondes wohnet die Mutterder Menschen mit allen ihren zahllosen Töchtern in stillerewiger Liebe. Das Himmelblau, daö nur fern über derErde flattert, ruht dort hereingesunken auf dem Auenschneeaus Blumenstaub — keine frostige Wolke trägt einen verklei-nerten Abend durch den klaren Aether — kein Haß zerfrissetdie milden Seelen; — wie sich die Regenbogen eines Was-serfalls durchschlingen, so windet die Liebe und die Ruhealle Umarmungen in Eine zusammen — und wenn in ihrerstillen Nacht die Erde ausgebreitet und glänzend unter denSternen hängt, so blicken die Seelen, die auf ihr gelittenund genossen haben, nur mit süßem Sehnen und Erinnernauf die verlassene Insel hin, wo noch Geliebte wohnen unddie weggelegtcn Körper ruhen, und wenn dann die einschlä-fernde schwere Erde blendend näher an die zustnkenden Au-gen tritt, so ziehen die vorigen Frühlinge der Erde in glän-zenden Träumen vorüber, und wenn das Auge erwacht, hängtes voll Morgcnthau der Freuden-Thränen.
Aber dann, wenn der Schattenzeiger der Ewigkeit aufein neues Jahrhundert zeigt, dann schlägt der Blitz einesheißen Schmerzes durch die Brust der Mutter der Menschen:denn die geliebten Töchter, die noch nicht auf der Erde wa-ren, ziehen aus dem Mond in ihre Körper, sobald die Erde