Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

34

ben wie im jungfräulichen Tempel der Vesta kein Götter-bild, sondern nur Feuer war und die dann an die erstebeste Erscheinung von Maschincngott ihren Altar hin schie-ben; auch nicht davon bloS kam meine Rührung, daßsie nun, wie ihre meisten Schwestern, gleich weichen Beeren,von der harten Manncöhand zugleich abgerissen und zcrdrük-ket werde; oder daß ihr weiblicher Frühling so vieleWolken und so wenige Tage und Blumen hatte, und daß ichsie wie mehre Bräute mit dem schlafenden Kinde verglich,das Garosalo mit einem Engel, der eine Dornenkrone dar-über hält, gemalct, auf das aber, wenn es die Ehe weckt,der Engel die Krone herunterdrückt: Sondern das machtemeine Seele weich, daß ich, so oft ich dieses freundlicheroth- und wcißblühende zufriedene Gesicht ansah, gleich-sam innerlich anreden mußte:o sei nicht so fröhlich, armesOpfer! Du weißt nicht, daß dein schönes Herz etwas bes-seres und wärmeres braucht als Blut, und dein Kopf hö-here Träume, als die das Kopfkissen bescheert daß dieduftenden Blumenblätter deiner Jugend sich nun zu ge-ruchlosen Kelchblättern*) zusammenziehen, zum Honig-Gefäße für den Mann, der jetzt bald von dir weder einweiches Herz, noch einen lichten Kopf, sondern nur rohe Ar-beitsinger, Läuferfüße, Schweißtropfen, wunde Arme undblos eine ruhende paralytische Zunge fordern wird. Diesesganze weite Sprachgewölbe des Ewigen, die blaue Rotundades Universums vcrschrumpft zu deinem Wirthschaftgebäude,zur Speck- und Holzkammer und zum Spinnhaus, und anglücklicher» Tagen zur Visitenstube die Sonne wird für

*) Wie verschiedene Blumen thun, z. B. die Aehrcnnclke.