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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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und nicht später als den olympischen Sieger Euthymus*),dem ein Ausspruch des delphischen Orakels Opfer und Ver-götterung noch bei seinen Lebzeiten zuerkannte. Ich weiß nicht,welche Ohren die deutsche Fama's - Trompete lieber anbläset,ob taube oder lange. -

Und doch bewahrte Siebenkäs mitten im EiSmonate sei-nes Liebe flehenden Herzens und in der Wüste seiner Einsam-keit noch eine lebendige prangende Blume und dieß warNataliens Abschiedkuß. O, wüßtet ihr, die ihr an unsrerUnersättlichkeit verhungert, wie ein Kuß, der ein erster und einletzter ist, durch ein Leben hindurch blüht, als die unvergäng-liche Doppelrose der verstummten Lippen und glühenden See-len, ihr würdet längere Freuden suchen und finden. JenerKuß befestigte in Firmian den Gcistcrbund und verewigte dieLiebe aus ihrem Blütcngipfel; die stillen Lippen sprachen fortvor ihm das Geistes-Wehen von Hauch zu Hauch wehtefort und so oftmals er auch in seinen Nächten hinter dengeschloffenen nassen Augen Natalien mit ihren erhabnen Schmer-zen von sich scheiden ließ und verschwinden in die dunkelnLaubengängc: so wurd' er doch des Abschieds und der Schmer-zen und der Liebe nicht satt.

Endlich nach sechs Monaten an einem schönen Win-termorgcn, als die weißen Berge mit ihren schneekrystallencnWäldern sich gleichsam im Nosenblutc der Sonne badeten, undals die Flügel der Morgcnröthe länger ausgeschlagen sich aus dieblinkende Erde legten da flog ein Brief, wie von Morgen-winden eines künftigen Lenzes früher Hergetrieben, in Fir-

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