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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
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s^llc wie Schafhäuser vom Rheiusallc gemächlich leben daßman bei den Unterthanen den Grundsatz der Stallbedicntenhandhabe, welche die Striegel für die halbe Fütterung desPferdes haltenersah endlich, daß niemand.schlimmer daranfährt, als eben der, der's sieht, und daß der Teufel nichts sel-tener hole als Teufel. . . .

Unter solchen Arbeiten und Ansichten ziehen sich die weichenHerzadcrn gerinnend zusammen, und die offnen Arme des in-ncrn Menschen werden gelähmt der beladene Mensch behältkaum den Wunsch zu lieben, geschweige die Zeit. Stets liebenund suchen wir Sachen auf Kosten der Personen, und derMensch, der zu viel arbeitet, muß zu wenig lieben. Derarme Firmian hörte jeden Tag nur an einer einzigen Stättedie Bitten und Wünsche seiner weichen Seele an, nämlich ansdem Kopskiffen, dessen Nebcrzng sein weißes, ans seine nassenAugen wartendes-Schnupftuch war. Neber seiner ganzen altenWelt stand eine Sündfluth aus Thränen, und nichts schwammdarin empor als die, beiden schlaffen Todtcnkranzc der gestorb-nen Tage, Nataliens und Lcnettens Vorsteck-Blnmen, gleichsamdie versteinerten Arzneiblnmen seiner erkrankten Seele, die Ein-saßgewächsc verheerter Beete.

Vom Rcichsmarktflecken könnt' er, da er so abgerissen undin keinem Winkel des elliptischen Gewölbes stand, so wenig zuOhren bekommen als von Schraplau; von Lcnettcn und Na-talien nichts. Blos aus dem Anzeiger und Götterboten deut-scher Programmen ersah er, daß er Todes verfahren sei, unddaß das kritische Institut sich um einen seiner besten und äm-sigsten Mitarbeiter verlustigt sehe welcher Nekrolog den In-spektor früher belohnte als irgend einen deutschen Gelehrten,