an jedem Hügel quält, das ist der Gedanke: „ach wie wollt'„ich dich gutes Herz gclicbct haben, hätt' ich dein Versinken„vorausgewußt." Aber da keiner von uns die Hand einesLeichnams fassen und sagen kann: „du Blasser, ich habe dir„doch dein fliegendes Leben versüßet, ich habe doch deinem„zusammengcfallcnen Herzen nichts gegeben als lauter Liebe,„lauter Freude" — da wir alle, wenn endlich die Zeit, dieTrauer, der Lebens-Winter ohne Liebe unser Herz verschönerthaben, mit unnützen Seufzern desselben an die umgcworfcncnGestalten, die unter dem Erdfall des Grabes liegen, tretenund sagen müssen: „Oh, daß ich nun, da ich besser bin und„sanfter, euch nicht mehr habe und nicht mehr lieben kann —„o daß schon die gute Brust durchsichtig und eingcbrochen ist„und kein Herz mehr hat, die ich jetzt schöner lieben und mehr„erfreuen würde als sonst" — waS bleibt uns noch übrig alsein vergeblicher Schmerz, als eine stumme Reue und unauf-hörliche bittere Thräncn? — Nein, mein Christian, etwasbessers bleibt uns übrig, eine wärmere, treuere, schönere Liebegegen jede Seele, die wir noch nicht verloren haben.
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