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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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dem einen zum andern; das Konkordat zwischen beiden, dieVerkürzungen der einen Partei, die Vergrößerungen der an-dern machten das Vieh stutzig, aber nicht klug.Ich schätzeihn wegen seines Betragens gegen dich noch einmal so hoch,sagte Leibgcber; glaube mir, er wird mir gar nicht untren,wenn er dir treu ist." Etwas Verbindlicheres könnt' er demAdvokaten schwerlich sagen.

Auf dem ganzen kahlen Wege von Gefrecs nach Münch-berg gab sich der Advokat ans Dankbarkeit die größte Mühe,das Sonnenlicht der Heiterkeit, in das ihn Heinrich immerzu führen suchte, aus ihn zurück zu werfen. Es wnrd' ihmnicht leicht, besonders wenn er seinem Schreiten im langenNock nachsah. Am meisten strengt' er sich in Münchbcrg an,der letzten Poststazion vor Hos, wo ihnen die körperlichenArme, womit sie sich an einander schlossen, gleichsam abgc-nommen werden sollten durch ein langes Entfernen.

Indem sic mehr schweigend als bisher auf der HöferLandstraße und Leibgcber voraus ging: so hob dieser, den dasFichtelgebirge zur Rechten wieder erquickte, sein gewöhnlichesReiscpfcifcn an, frohe und trübe Melodien des Volkes, diemeisten in Molltönen. Er sagte selber, er halte sich nicht fürden schlechtesten Stadt- und Straßenpfeifer und er führe, glaub'er, das angeborne Fußbotenposthorn mit Ehren. Aber fürFirmian waren, so kurz vor dem Abschiede, diese Klänge, diegleichsam ans Heinrichs langen vorigen Reisen wiedcrznkommcnund aus seinen künftigen einsamen entgegen zu tönen schienen,eine Art von Schweizer Kuhreigen, die ihm ins Herz rissen;und er konnte, znm Glücke hinter ihm gehend, sich mit allerGewalt nicht des Weinens enthalten. O bringt die Töneweg, wenn das Herz voll ist und doch nicht übcrfließen soll.