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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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Sinne das Schicksal oft unsere Wünsche auflcgt nnd erfüllt. Lcibgeber antwortete blos:man muß sich anch lieben, ohnesich zu sehen, nnd am Ende kann man ja blos die Liebe lieben;nnd die können wir beide täglich in uns selber schauen."

In Gcfrees that Lcibgeber ihm den Vorschlag, im Gast-hofe bei so schöner Muße, da in und außer der cingassigenStadt nichts zu sehen sei, die Kleider gegen einander auszu-wcchscln, besonders deswegen führte er als triftigen Grundan damit der Graf von Vaduz, der ihn seit Jahren nichtanders als in gegenwärtigem Anzüge gesehen, sich bei demAdvokaten an nichts zu stoßen brauche, sondern alles genauso wie sonst antreffc, sogar bis ans den Schnhabsatz mit Nä-geln herab. Das fiel ordentlich wie ein breiter Streif warmerFebruarsonnc auf deS Advokaten Brust, der Gedanke, künftigvon Heinrichs Aermcln gleichsam umarmt nnd von allen sei-nen äußern Reliquien umfaßt und erwärmt zu werden.Lcibgeber ging ins Nebenzimmer und warf zuerst seine kurzegrüne Jacke durch die halboffnc Thür hindurch nnd rief;Schanzlooper herein dann, nach der Halsbinde nnd Weste,lange Beinkleider mit Lcderstrcifen, sagend: kurze hereinund endlich gar sein Hemde mit den Worten: das Todten-hemd her!

Das hercingcworfcne Hemd wurde dem Advokaten aufeinmal der Zeichcndeutcr Leibgebcrs, er crrieth, daß diesermit der Körperwanderung in Kleider ans etwas höheres ans-gelaufen als aus einen Rollcnanzng für Vaduz; nämlich aufdas Bewohnen des Gehäuses, oder der Hülle, die seinen Freundumschlossen hatte. In einem ganzen Band von Gcllertischenoder Klopstockischcn Briefen voll Freundschaft, in einer ganzenWoche voll Leibgeberscher Opfertage lag für den Advokaten