„Aus allen schöpfest du, Firmian, wenigstens die Beruhigung,„daß ich mehr Menschen genieße als ihr alle, nämlich gerade„noch einmal so viel, und noch dazu lauter Personen, die„als ihre Selberaffcn in jeder Bewegung durch etwas wahrhaft„Lächerliches so leicht ergötzen!"
Darauf sahen beide einander ins Gesicht, aber voll freu-diger Zuneigung und ohne ein böses Nachgcsühl des vorigenwilden Scherzes. Ein Dritter hätte in dieser Stunde sichvor ihrer Achnlichkeit gefürchtet, da jeder der Gypsabguß desandern war, aber die Liebe machte beiden ihre Gesichter un-ähnlich; jeder sah im andern nur das, was er außer sich liebte;und es war mit ihren Zügen, wie mit schönen Handlungen,die uns wol an andern, aber nicht an uns selber in Rührungoder gar in Bewunderung versetzen.
Als sic wieder im Freien und auf der Straße nachGefrccs zogen, und der Sargdicterich sammt den vorigenGesprächen ihnen immer den Abschied vor die Seele brachte,dessen Todes-Scnse mit jedem Mcilenzciger sich näher auf sieherciubog: so suchte Heinrich einiga roscufarbcne Stralcn inFirmians Nebel dadurch eiuzubeugcn, daß er ihm ein ge-naues Protokoll alles dessen, was er an jedem Tage mit demGrafen von Vaduz abgcthan und abgcredct hatte, in die Händegab: „der Graf (sagt'er) dächte zwar, du hättest die Diskurse„nur vergessen — aber so ist's doch besser — Du hast dich„wie ein Negersklave umgebracht, um in die Freiheit und„auf die Goldknste deiner Silbcrknste zu kommen >— und„da wär's verdammt, wenn du noch verdammt würdest nach„deinem Verscheiden." — „Ich kann dir nie genug danken,„du Bester — sagte Firmian —> aber du solltest mir'S nicht„noch mehr erschwere», und wie eine Hand aus den Wolken