„aber zu — hat er das plombirtc Gsnotspliium *) gesperrt."Firmiau mußte sich mit den Augen über das Fenster heraus-lchucn und sie ungesehen trocknen; dann sagte er, mit demKopse draußen: „gib mir den Schlüssel— cs ist der in Wachs„gedrückte eines künftigen — ich will ihn zum Musikschlüssel„meiner innern Töne machen und will ihn hinhängen und„täglich anschcn, und wenn mein Vorsatz, besser zu werden,„ctwan abgclanfen ist, will ich ihn mit diesem Uhrschlüssel„wieder anfzichen." Er bekam ihn. Da sah Leibgcbcr zu-fällig in den Spiegel: „fast sollt' ich mich doppelt sehen, wenn„nicht dreifach — sagt' er — einer von mir muß gestorben„scyn, der drinnen, oder der draußen. Wer ist hier in der„Stube denn eigentlich gestorben und erscheint nachher dem
„andern? Oder erscheinen wir blos uns selber?-He,
„ihr meine drei Ich, was sagt ihr zum vierten?" fragte erund wandte sich an ihre beiden Spiegelbilder und dann anFirmian und sagte: „hier bin ich auch!" —, Es lag etwasSchauerliches für seine Zukunft in diesen Reden, und Fir-mian, welchen mitten in seinem bewegten Herzen der kühlereVerstand den gefährlichen Wachsthum dieser mctamorphotischcnSclberspiegelung durch die Einsamkeit des NeiscnS befürchtenließ, äußerte zärtlich besorgt: „lieber Heinrich, wenn du ans„deinen ewigen Reisen künftig immer so einsam bliebest: ich„fürchte, cs schadet dir. Ist doch Gott selber nicht einsam,„sondern sicht sein All."
„Ich kann in der größten Einsamkeit immer zu Dritt
*) So oder auch tumnlns bonorarius hieß das leere Grab-mal, das Freunde einem Todten baueten, dessen Körpernicht zu finden war.