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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
320
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aber zu hat er das plombirtc Gsnotspliium *) gesperrt."Firmiau mußte sich mit den Augen über das Fenster heraus-lchucn und sie ungesehen trocknen; dann sagte er, mit demKopse draußen:gib mir den Schlüssel cs ist der in Wachsgedrückte eines künftigen ich will ihn zum Musikschlüsselmeiner innern Töne machen und will ihn hinhängen undtäglich anschcn, und wenn mein Vorsatz, besser zu werden,ctwan abgclanfen ist, will ich ihn mit diesem Uhrschlüsselwieder anfzichen." Er bekam ihn. Da sah Leibgcbcr zu-fällig in den Spiegel:fast sollt' ich mich doppelt sehen, wennnicht dreifach sagt' er einer von mir muß gestorbenscyn, der drinnen, oder der draußen. Wer ist hier in derStube denn eigentlich gestorben und erscheint nachher dem

andern? Oder erscheinen wir blos uns selber?-He,

ihr meine drei Ich, was sagt ihr zum vierten?" fragte erund wandte sich an ihre beiden Spiegelbilder und dann anFirmian und sagte:hier bin ich auch!", Es lag etwasSchauerliches für seine Zukunft in diesen Reden, und Fir-mian, welchen mitten in seinem bewegten Herzen der kühlereVerstand den gefährlichen Wachsthum dieser mctamorphotischcnSclberspiegelung durch die Einsamkeit des NeiscnS befürchtenließ, äußerte zärtlich besorgt:lieber Heinrich, wenn du ansdeinen ewigen Reisen künftig immer so einsam bliebest: ichfürchte, cs schadet dir. Ist doch Gott selber nicht einsam,sondern sicht sein All."

Ich kann in der größten Einsamkeit immer zu Dritt

*) So oder auch tumnlns bonorarius hieß das leere Grab-mal, das Freunde einem Todten baueten, dessen Körpernicht zu finden war.