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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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eignen heiß, aber er konnte sie nicht mehr damit trocknen,denn er malte sich ans, wie Heinrich in der Einsamkeit lebennd seinen eignen Ausspruch bewähre: wer das Gefühl schontund vcrpanzcrt, der erhält es am empfindlichsten, wie unterdem Fingernagel die wundeste Gefühlhaut liegt.» Im Gast-Hofe zur Sonne vernahm er vom Kellner Johann, Leibgebersei wirklich angekommen nnd vor einer halben Stunde abge-gangcn. Rechts und links blind und taub rannte Firmianihm nach auf der Höher Straße und mit einem solchen stür-mischen Verfolgen des Freundes, daß ihn nicht einmal dasfeuchte Tuch mehr beschäftigte.

Spät erblickte er ihn auf der hinter dem Dorfe Bind-loch ausstcigenden langen Anhöhe, einer Bergstraße im eigent-lichen Sinne, auf der weder ab- noch aufwärts zu eilen war.Nach Vermögen schnell watete Leibgeber hinauf, um den Ad-vokaten unerwartet cinzuholen schon vor Hof, etwan inMünchbcrg, oder in Gcfrees, wenn nicht gar in Berneck,das wenige Post-Stunden von Baircuth abliegt.

Aber sollte alles nicht noch zehnmal besser gehen? Er-blickte nicht Sicbenkäs am Fuße des Berges ihn endlich obenunweit der Gipselcbenc und rief seinen Namen, und er hörtecs nicht? Lief er nicht außerordentlich mit dem Schnupftuchin der Hand dem langsamen bergmüdcn Freunde nach undkehrte dieser sich oben nicht zufällig und zum Ucbcrschaucnder sonnigen Landschaft um, uud sah ganz Baircuth, fa zu-letzt gar den lausenden Freund? Und stießen endlichnicht beide, der eine bergab, der andere bergauf eilend, aneinander, aber nicht wie zwei feindliche Heere, sondern wiezwei bekränzte schäumende Becher der Freude und der Freund-schaft?