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er sich, müssen sich lieben können, ohne sich zu sehen. Seineganze karge Zukunft ward blos von verklärten Traumbildernerleuchtet. Aber wie der Baum (nach Bonnct) so gut in dieLust oder den Himmel gepflanzt ist als in die Erde und sichaus beiden nährt: so der rechte Mensch überhaupt; und solebte Firmian noch mehr künftig als bisher nur mit wenigenWnrzelästcn seines Selbst in der sichtbaren Erde; der ganzeBaum mit Zweigen und Gipfel stand im Freien und sog mitseinen Blüten an der Himmellnst, wo ihn eine blos unsichtbareFreundin und ein unsichtbarer Freund erquicken sollten.
Endlich verdickte sich der schöne Duft des Träumenszu einem Nebel. Nataliens Trauer über sein Sterben schwebteihm vor, und sein Einsamscyn drückte auf das Herz, und dievon Liebe wundgcpreßte Brust schmachtete unsäglich nach einemlebendigen Wesen, das da stände und ihn herzlich liebte; aberdieses Wesen lief erst hinter seinem glücken und suchte ihn zuerreichen, sein Heinrich.
— „Herr Leibgcbcr — rief Plötzlich eine nachlanfcnde„Stimme — so stehen Sic doch! Ich bring' Ihnen Ihr„Schnnpstüchlein wieder, ich Hab' cs drunten gefunden."
Er blickte sich um, und dasselbe Mädchen, das Natalieans dem Wasser gezogen, lief ihm mit einem weißen Schnupf-tuch entgegen. Da er nun seines noch hatte, und die Kleineihn verwundert überschauet«: und sagte, es sei ihm vor einerStunde unten am Bassin herausgcfallcn, aber er habe keinenso langen Rock angehabt: so stürzte ein Freudcngnß in seinHerz — Lcibgeber war nachgekommcn und unten gewesen.
Im Sturme und mit dem Schnnpftuche lief er nach Bai-renth. Das Tuch war feucht, als wären die weinendenAugen seines Freundes darin gewesen; er drückte es ans seine