Strom des Lebens angewachsen, und droben steche eine heißeSonne auf das Eisfeld herab, und er liege so zwischen Glutund Eis. — Noch dazu kam jetzt der Schnlrath gelaufen, mitdem Schnupftuch an der Nase und an den Augen, und theilteim stotternden Schmerze die eben im Marktflecken cingclanfeneNeuigkeit mit, daß der alte König in Preußen den l7tcn die-ses verstorben sei. — Die erste Bewegung, die Lcibgeber machte,war, daß er auf zur Morgcnsonne sah, als werfe aus ihr Frie-drichs Auge Morgcnfencr über die Erde.-Es ist leichter,
ein großer, als ein rechtschaffener König zu scyn; es ist leich-ter, bewundert als gerechtfertigt zu werden; ein König legtden Ohr fing er an den längsten Arm des Ungeheuern He-bels und hebt, wie Archimedcs, mit Fingermuskeln Schiffe undLänder in die Höhe, aber nur die Maschine ist groß — undder Machinist, das Schicksal — aber nicht der, der sic ge-braucht. Der Laut eines Königs hallet in den unzähligenThälern um ihn als ein Donner nach, und ein lauer Stral,den er wirst, springt auf dem mit unzähligen Planspiegelnüberdeckten Gerüste als glühender dichter Brennpunkt zurück.Aber Friedrich konnte durch einen Thron höchstens — ernie-drigt werden, weil er darauf sitzen mußte, und ohne die soeng umschließende Krone, den Stachelgürtel und Zanberkreisdes Kopfes, wäre dieser höchstens — größer geworden; undglücklich, du großer Geist, konntest du noch weniger werden;denn ob du gleich in deinem Innern die Bastillc und dieZwinger der niedrigen Leidenschaften abgebrochen; ob du gleichdeinem Geiste das gegeben, was Franklin der Erde, nämlichGewitterablcitcr, Harmonika und Freiheit; ob du gleich keinReich schöner fandest und lieber ausdchntcst als das der Wahr-heit; ob du dir gleich von der Hämlings-Philosophie der