unsere eliambro Anrnis, unsere letzte Samenkapsel, derSarg, für den man zahlen mußte, was begehret wurde. „Es„ist die letzte Baubcgnadigung dieses Lebens, der letzte Betrug„der Zimmerlcntc," sagte Heinrich.
In der Nachmittcrnacht, um 12'/^ Uhr, als keine Fleder-maus, kein Nachtwächter, kein Bicrgast, kein Nachtlicht mehrzu sehen war — und blos noch einige Feldgrilleu in Garbenund einige Mäuse in Häusern zu hören — sagte Lcibgeberzum bangen Geliebten: „jetzt marschir' ab! Du warst ohne-hin, seitdem du das Sterbliche ausgczogen und in die Ewig-keit gegangen bist, nicht Eine Minute selig und fröhlich. Ich„sorge für das Nebrige. Warte aus mich in Hof an der„Saale; wir müssen uns nach dem Tode noch einmal Wieder-sehen." Firmian legte sich schweigend und weinend an seinwarmes Angesicht. Er durchlief in der dämmernden Stundenoch einmal alle blühende Stätten der Vergangenheit, hinterdenen er wie in eine Gruft versank, sein erweichtes Herz legtegern auf jedes Kleid seiner trüben, geraubten Lcncttc, ans jedeArbeit und Spur ihrer häuslichen Hand die letzten Thränennieder — er steckte ihren Verlobungstrauß aus Rosen und Ver-gißmeinnicht hart an die heiße Brust und drückte die Roscn-knospcn Nataliens in die Tasche — und so schlich er stumm,zerdrückt, mit überwältigtem Schluchzen, und gleichsam durchein Erdbeben aus der Erde hiuausgeworscn an die Eisküsteeiner fremden, die Treppe hinter seinem besten Freunde hinab,drückte ihm unter der Hausthür die helfende Hand, und dieNacht baucte ihn bald mit dem Grabhügel ihres großen Schat-ten zu. — Lcibgeber weinte herzlich, sobald er verschwundenwar; Tropfen fielen ans jeden Stein, den er cinstccktc, und ausden alten Block, den er in die Arme ansfassete, um in die Sarg-