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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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große Amen unserer Hoffnung, würde sich wie ein schöner, be-kränzter Riese vor unser tiefes Lager stellen und uns allmäch-tig in den Aethcr heben und darin wiegen, würden nicht inseine gigantischen Arme nur zerbrochene, betäubte Menschengeworfen: nur die Krankheit nimmt dem Sterben seinen Glanz,und die mit Blut und Thränen und Schollen beschwerten undbefleckten Schwingen deS aufstcigcnden Geistes hangen zerbrochenans den Boden nieder; aber dann ist der Tod ein Flug undkein Sturz, wenn der Held sich nur in eine einzige tödtlicheWunde zu stürzen braucht; wenn der Mensch wie eine Früb-lingwelt voll neuer Blüten und alter Früchte da steht, unddie zweite Welt Plötzlich wie ein Komet nahe vor ihm vor-übcrgeht und die kleine Welt nnvcrwelkt mitnimmt und mitihr über die Sonne fliegt.

Aber gerade jenes Erheben Firmians würde in schärfer«Augen, als Stiesel hatte, ein Zeichen des Erstarkens nndGe-ncsens gewesen sehn: nur vor dem Zuschauer, nicht vor demNiedergebrochncn wirft die Streitaxt des Todes einen Glanz,es ist mit der Todtenglockc wie mit andern Glocken, deren er-hebendes Brausen und Tönen nur der Entfernte und nicht dervernimmt, der selber in der summenden Halbkugel steht.

Da in der Stcrbensstunde jede Brust aufrichtiger unddurchsichtiger wird, wie der siberischc Glasapfel in der Zeitder Reife nur eine gläserne Hülse, ein durchsichtiges süßesFleisch über seine Kerne deckt: so wäre Firmian in jenerdithyrambischen Stunde, so nahe an der blanken Schneide derTodcssichel, im Stande gewesen, alle Mysterien und Blütenseiner Zukunft anfzuopfern, d. h. aufzudcckcn, hätt' es nichtsein Wort und seinen Freund zugleich verletzt; aber jetzo